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SÄULENGEBÄUDE

Das Säulen- oder auch Krambudengebäude wurde zwischen 1783 und 1785 nach Entwürfen des Hofbaumeisters Johann Joachim Busch errichtet. Das Gebäude ist bewusst nur zweigeschossig ausgeführt, um den Blick auf den Dom nicht zu versperren. Herzog Friedrich, dessen Residenz sich in Ludwigslust befand, empfand bei seinen Besuchen in Schwerin den Gestank des Marktes und das Gekreische der Marktfrauen als störend. Auf seinen Wunsch hin entstand eine Markthalle, die am Ende des Tages nicht zu einem Tanzsaal umfunktioniert werden durfte.

Die die gesamte Marktfront einnehmende offene Säulenvorhalle diente dem ambulanten Handel, während der dahinterliegende zweigeschossige, geschlossene Gebäudeteil für den

Verkauf von Lebensmitteln genutzt wurde. Diese Funktion als Markthalle bestand jedoch nur bis etwa in die 1850er Jahre.

Von der Zeit kurz vor 1900 bis 1938 hatte die Polizei in dem Gebäude ihren Sitz. Bereits ab 1927 sind zudem Ausstellungsräume des städtischen Gaswerks belegt, die später vom Fremdenverkehrsverein genutzt wurden, unter anderem ab 1937 auch als Reisebüro. Schon vor, insbesondere aber nach dem Zweiten Weltkrieg, war das Gebäude sowohl bewohnt als auch als Bürohaus genutzt.

Zwischen 1965 und 1995 fanden hier Ausstellungen statt, unter anderem des Stadtarchivs. Der tonnengewölbte Keller wurde 1975 trockengelegt und als Gastraum für geschlossene Veranstaltungen hergerichtet, ist jedoch seit dem letzten Umbau im Jahr 1999 nicht mehr nutzbar.

Seit 2001 war in dem Gebäude ein Café ansässig. Nach zahlreichen gastronomischen Fehlversuchen und mehreren Jahren des Leerstands übernahm 2020 der Schauspieler Martin Neuhaus das Gebäude. Heute beherbergt das Haus die von ihm betriebene Bar „Löwe Schwerin“ sowie eine Souvenirmanufaktur im Erdgeschoss, einen mietbaren Tagungs- und Veranstaltungsraum im Obergeschoss und ein ebenfalls mietbares Coworking-Büro für kreative Arbeitsplätze im Dachgeschoss. Dort befindet sich zudem ein kleines Fernseh- und Fotostudio.

Vor dem Haus finden von Mai bis September unter dem Namen musikklub jeden Dienstag Straßenmusikkonzerte statt, die maßgeblich zur Wiederbelebung der historischen Altstadt beitragen.

Für diese Initiative wurde der Betreiber im Jahr 2023 mit dem Kulturpreis der Landeshauptstadt Schwerin ausgezeichnet.

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